Ökumenischer Tag der Schöpfung
„Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ (Hiob 38,18)
Das ist das Thema des diesjährigen ökumenischen Tags der Schöpfung. Jedes Jahr wird dieser Tag jeweils im September gefeiert. Die Vorlagen kommen von der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen). Auch wir, die Pfarrei Hl. Theodard und die evangelische Kirchengemeinde laden zu diesem ökumenischen Schöpfungstag ein.
Dazu treffen wir uns zur Wortgottesfeier mit Agape am Freitag, 04. September um 18:00 Uhr in Leimersheim an der La Salette-Gedenkstätte.
Falls das Wetter nicht passend sein sollte, treffen wir uns in der Kirche vor Ort.
"Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“
Das Buch Hiob führt uns zu einer Erkenntnis, die heute provokanter ist denn je: die Dezentrierung des Menschen.
Gott erinnert Hiob daran, dass die Schöpfung weite Räume hat, an denen es regnet, „wo kein Mensch“ ist. Die Erde existiert nicht nur für uns. Sie hat einen Eigenwert, weil sie Gottes Schöpfung ist, geliebt und erhalten, unabhängig von ihrem Nutzen für die menschliche Zivilisation.
Wahrheit über unsere Begrenztheit
Wir sind Geschöpfe, nicht der Schöpfer. Wenn wir die „Weite der Erde“ betrachten, erkennen wir, dass wir in ein komplexes Beziehungsgeflecht eingebunden sind, das wir zwar in gewisser Weise kontrollieren, aber in seiner ganzen Tiefe niemals vollends beherrschen können. Demut bedeutet hier, die Grenzen des Wachstums und der Machbarkeit zu akzeptieren.
Wahrheit über unsere Abhängigkeit
Wir sind „Erdlinge“ (adami), gemacht aus dem Ackerboden (adama). Unsere Existenz hängt von jedem Atemzug ab, den die Schöpfung uns gewährt. Diese Form der Demut führt nicht in die Passivität, sondern in eine neue Form der Ehrfurcht. Wer erkennt, wie weit die Erde ist und wie klein er oder sie selbst darin steht, beginnt, die Schöpfung nicht mehr als Beute, sondern als heiliges Geschenk zu betrachten.