Impuls

Eine kleine Geschichte des Sonntags

In diesen Tagen und Wochen, in denen viele von uns Ferien haben, wird wieder bewusst, welchen Stellenwert solch arbeitsfreie Zeit haben kann. Natürlich ist das Empfinden darüber von Mensch zu Mensch unterschiedlich – je nachdem, ob ein Mensch Arbeit hat oder nicht; welche Art von Arbeit, wie groß der Stress ist und wie er empfunden wird usw. Vielleicht auch eine Frage des Alters. Bei mir selbst bemerke ich schon, dass die Ruhepausen immer wichtiger werden, da die Widerstandskraft gegenüber Belastung und Stress mit wachsendem Alter zunehmend geringer wird. Welch ein Glück, dass es da die Ferien gibt. Ein relativ modernes Glück. Denn so etwas wie Ferien gibt es noch nicht so lange. Die Menschen vor zum Beispiel 300 Jahren kannten keine Ferien. Besonders die nicht, die ärmer waren. Die mussten immer arbeiten. Wobei: Ganz stimmt das nicht. Einen freien Tag gab es in der Woche – oder sollte es zumindest geben. Das war der Sonntag. Dieser arbeitsfreie Sonntag hat schon eine sehr lange Tradition. Um genau zu sein: In diesem Jahr eine 1.700 Jahre alte Tradition. Am 3. März 321 nach Christus ordnete der römische Kaiser Konstantin I. per Edikt an, dass der Sonntag im römischen Reich arbeitsfrei zu sein habe.

Genau heißt es in dem Edikt: „Alle Richter, die Stadtbevölkerung und die Handwerker sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen.“ Die Bauern durften ihre Felder allerdings bestellen, weil sie von der Witterung abhängig waren. Den Impuls zu dieser Entscheidung hatte die Hinwendung des Kaisers zum christlichen Glauben im Jahr 312 gegeben. Deshalb geht die Geschichtsforschung auch davon aus, dass die „Sonntagsruhe“ ein paar Jahre älter ist, doch ist sie erst in dem Edikt vom März 321 greifbar. Und in einem Edikt vom Juli 321, in dem es heißt, dass es „unwürdig“ sei, am „Sonnentag“ vor Gericht zu streiten;

„dieser Tag soll der Verehrung dienen und wohlgefälligen Werken“.

Grundlage dieser Regelung ist die biblische Schöpfungsgeschichte, in der es ja heißt, dass Gott am siebten Tage ruhte. Für die Juden wurde der Sabbat zum Ruhetag, für die frühen Christen der Tag danach: An ihm war Jesus gemäß den Evangelienberichten von den Toten auferstanden. Die Christen kamen am „Tag, den man Sonnentag nennt“, zum Gebet und zum gemeinsamen Mahl zusammen; für die Römer war es der zweite Wochentag – nach dem Saturntag, mit dem die antike Planetenwoche begann. Er war dem unbesiegten Sonnengott „Sol invictus“ geweiht. Erst rund 100 Jahre später wurde in der kaiserlichen Gesetzsprechung aus dem „Sonnentag“ der Tag des Herrn, der „Herrentag“. (Michael Tillmann)

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine erholsame Ferienzeit und dass wir immer wieder auch sonntags miteinander im Angesichte Gottes neue Kraft schöpfen.

 

Ich brauche Segen – Segen tanken auf Alltagswegen

Die Pandemie bringt viele Menschen an ihre Grenzen. Viele sehnen sich nach Kraft, Ermutigung und Momenten zum Durchatmen. Ein Segen ist so eine Kraftquelle – eine erlebbare Verbindung zwischen Himmel und Erde. Die ökumenische Initiative „Ich brauche Segen“ möchte in dieser Zeit neue Kraft spenden und mitten im Alltag „Segenstankstellen“ aufstellen.

Als Kirche möchten wir – in dieser Corona-Zeit und darüber hinaus – anderen Men- schen auf ihren Alltagswegen etwas Gutes tun, Mut zusprechen, sie bestärken, den Segen Gottes weitergeben. Segen, wo man ihn vielleicht nicht vermuten würde. Ein goldfarbener Aufkleber mit dem schlichten Satz „Ich brauche Segen“ führt über einen QR-Code, bzw. die Internetseite www.segen.jetzt auf Segensworte, die gelesen oder als Audio zugesprochen werden können.

Es geht um den kraftspendenden Segen ohne Bedingung. Auf dem Sticker befindet sich auf goldenem Hintergrund der schlichte Satz: „Ich brauche Segen.“ Menschen können in diesem Satz ihre eigene Sehnsucht entdecken.

Die Sticker liegen ab sofort auch in all unseren Kirchen aus. Herzlich laden wir Sie dazu ein, sich solche Karten mitzunehmen, die Sticker zu verteilen oder weiterzugeben. Denn Christinnen und Christen, die die Sticker verteilen, stellen wir uns genauso unter diesen Satz, wie Menschen, die sich im öffentlichen Raum darauf einlassen.

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