Impuls

Vom Wert der Auszeit

Im Basketball, auch im Handball gibt es die „Auszeit“. Für eine Minute darf das laufende Spiel unterbrochen werden. Wenn eine Mannschaft zurückliegt oder unter Druck gerät, ist das „Time-Out“ eine Chance, sich neu zu formieren, die eigenen Stärken zu spüren und dann kraftvoll neu ins Spiel zu gehen.

Längst ist der Begriff in die touristische Werbung gewandert: Eine „Auszeit“ verspricht, dem Alltag mit seinen Pflichten, Vorgaben und Zeitrastern zu entkommen, ein Wochenende oder eine Woche lang vielleicht in den Bergen, an der See, in der Natur. Auftanken. Durchatmen. Aus der Zeit fallen. Auch die Bibel markiert Ruhezeiten, prägt und fordert sie sogar:  Nach der Schöpfung segnete Gott „den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk erschaffen hatte.“ (Genesis 2,3).

Seither ist im Judentum der Sabbat und im Christentum der Sonntag ein geheiligter Ruhetag. Während des jüdischen Passahfestes, des Wochenfestes und insbesondere des Laubhüttenfestes ist Zeit für anderes. Freude darf sein in und am Leben, und zwar für alle: Du sollst an deinem Fest fröhlich sein, du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und  deine Sklavin, die Leviten und die Fremden, die Waise und die Witwe, die in deinen Stadtbereichen wohnen.“ (Dtn 16,14).

Und darin liegt ein Impuls: Ein wirkliches „Time-out“ ist eine Fiktion: Zeit lässt sich nicht anhalten, und keine Pause ist Stillstand. Die Zeit läuft immer. Aber wie und womit und mit  wem man sie füllt, das lässt sich zuweilen entscheiden. Auch Jesus suchte oft Zeiten des Alleinseins, „um für sich zu sein und zu beten.“ (Matthäus 14,23)

Solche Zeit ist gefüllt, intensiv. Und sie ist anders. Etwas ist tatsächlich „aus“ in der Ruhe. Diese Zeit ist einfach da, um sie zu haben: Geschenkte Zeit. Für uns selbst. Für die, die uns  guttun. Für das, was gefällt. Für die Freiheit, etwas zu lassen oder auch zu tun: „Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht“ (Markus 2,27), betont Jesus gegenüber denen, die  selbst aus der Ruhezeit eine Pflichtübung machen wollen.

Nichts ist einfacher, nichts wertvoller, als Zeit  einfach zu haben. Und: Zu viel des Guten kann wunderbar sein (Mae West). Machen wir es wie Gott: Probieren wir es. Aus.

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