Impuls

Jetzt, in der Zeit nach dem Jahreswechsel, haben sie wieder Hochkonjunktur: die guten Vorsätze! Haben Sie auch welche gefasst? Ich nehme mir vor, endlich mal ein paar Pfunde abzuspecken, öfter Sport zu treiben, mehr Zeit zu haben für Familie und Freunde, auch für Gott.

Und dann wird es kommen wie immer. Ganz schnell hat einen der Alltag wieder im Griff. Und alles das, was man sich vorgenommen hat, fällt der Routine zum Opfer. Ja, der britische Schriftsteller Oscar Wilde hat recht:

„Alle guten Vorsätze haben etwas Verhängnisvolles, sie werden immer zu früh gefasst.“ 

Manche lösen das Problem dadurch, dass sie erst gar keine Vorsätze fassen. Ich will es diesmal mit einer Empfehlung versuchen, die ich beim heiligen Papst Johannes XXIII. gefunden habe. Seiner Weisheit und Lebenserfahrung vertraue ich. Johannes hatte seine Vorsätze mal wie folgt zusammengefasst:

„Nur heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen. (…)
Nur für heute werde ich nicht danach streben, die anderen zu kritisieren oder zu verbessern – nur mich selbst. (…)
Nur für heute werde ich keine Angst haben. (…)
Nur für heute werde ich mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und der Unentschlossenheit.
Nur für heute werde ich glauben, dass Gott für mich da ist, als gäbe es sonst niemand auf der Welt, selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten.
Ich will mich nicht entmutigen lassen durch den Gedanken, ich müsste das alles mein ganzes Leben lang durchhalten.“

Soweit Papst Johannes. Ich denke, damit lässt sich besser leben. Keine Vorsätze für ein ganzes Jahr fassen. Einfach das Hier und Heute im Blick behalten. Das müsste zu schaffen sein. Ich werde es im neuen Jahr versuchen.

Grundidee von Andreas Britz, Bellheim

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