1. Fastensonntag

„Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.“

Unsere Sprache kennt den Ausdruck: Jemanden in die Wüste schicken: Das bedeutet, jemanden aus einer Firma oder aus einer Beziehung zu entlassen.

Seit über 8 mal 40 Tagen leben wir schon in der Wüste, in die uns das Virus geschickt hat. Manche wurden tatsächlich entlassen, Beziehungen wurden allerorten eingeschränkt oder haben unter den Umständen gelitten. Tiere bei sich zu haben war für viele ein Trost: Die Tierheime konnten viele Schützlinge vermitteln und hoffen, dass die Menschen nicht in Versuchung kommen, die jetzt geschmiedete Beziehung zwischen Mensch und Tier wieder aufzubrechen.

Überhaupt: Diese Zeit ist eine einzige große Versuchung. Wir leiden unter Entzug von ganz vielem, ohne das wir nicht glauben, auszukommen. Sehnsucht macht Sucht:

Die Namen moderner Betäubungsmittel heißen: Von Dauerfernsehen, (Computer)-Spielsucht, Trost-Essen, Internet-Sucht über Alkohol bis hin zu harten Drogen.
Wie geht es weiter?

Schauen wir auf Jesus. Er kam aus der Wüste und predigte die frohe Botschaft. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Aber ohne Brot kann er auch nicht leben. Jetzt ist die Zeit des Teilens. Wer geben kann, der gebe! Zumindest seinen Einsatz für die Hungernden nach Gerechtigkeit, für die Dürstenden nach Trost. Jeder, der sich umsieht, kann zum Segen werden, und sei es durch einen unverhofften Anruf bei Menschen, die vielleicht schon länger niemanden gesehen haben.

Geben ist seliger denn nehmen!

Martin Roters

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