Unterwegs sein wie die Emmausjünger
Und dem Auferstandenen begegnen.

Unterwegs sein und dem Gekreuzigten begegnen,
der lebendig ist und mit uns Menschen unterwegs.

Unterwegs sein und den Menschen begegnen,
die unseren Weg begleiten, die mit uns gehen,
und die Brot und Wein,
Leben und Freude mit uns teilen.

Unterwegs sein wie die Emmausjünger,
mit brennenden Herzen, und spüren: Er ist da!

Nur scheinbar ein ahnungsloser Frager

Sie haben es nicht gleich gemerkt, als plötzlich der Fremde da war und sie auf ihrem Weg am Abend des Ostertages von Jerusalem nach Emmaus begleitete. Es fiel ihnen auch nichts auf, als der scheinbar ahnungslose Frager im Laufe der Wanderschaft zum Wegweisenden wurde. Erst, als er in Emmaus das Brot brach und dankte, fielen ihnen die Schuppen von den Augen und sie erkannten ihn.

Erst im Nachhinein verstehen sie, was ihnen ihr inwendiger Feuermelder, ihr eigenes Herz, die ganze Zeit schon signalisierte. Das Herz brennt, wenn Liebe im Spiel ist, wenn der Geliebte da ist oder wenn uns etwas an ihn erinnert und Sehnsucht entfacht: ein Duft, ein Weg, eine Geste, eine Musik. Die Emmausgeschichte ist eine Liebesgeschichte. Sie haben ihn geliebt, den Erzähler unvergleichlicher Gottesgeschichten. Er hat ihnen den Himmel geöffnet. Darum brach sein Tod am Kreuz ihnen fast das Herz. Und plötzlich ist dieses Herz in Flammen: Er ist da. Hat den Tod hinter sich. Wir werden ihn nie mehr verlieren. 

Wo Gott im Spiel ist, werden Glaube und Liebe eins. Wo er mit uns redet, brennt das Herz. Nicht gleich lichterloh. Erst wird uns warm ums Herz. Dann steckt das Feuer des Geistes das kalte Herz richtig in Brand. Ostern beginnt die Liebesgeschichte Gottes mit uns neu. Er schenkt uns Jesus neu, unverlierbar. Er schenkt uns das Leben neu, indem er immer wieder mit uns redet. Nach allem, was war zwischen ihm und uns – nicht selbstverständlich.